Grillunfall: Welche Versicherung übernimmt welchen Schaden?

Wer denkt, dass Wandern oder Gartenarbeit das liebste Hobby der Deutschen wäre, der täuscht sich gewaltig, denn das liebste Hobby ist das Grillen.

Zumindest in den Sommermonaten steht der Grill als Hobby ganz weit oben.

Grillen ist aber auch nicht ohne und so passieren jedes Jahr, immer wieder aufs Neue, unzählige Grillunfälle die eine eigentlich lustige Gartenparty abrupt beenden.

Meistens werden Tische, Stühle, Tischdecken oder anderes Mobiliar in Mitleidenschaft gezogen aber in rund 4.000 Fällen pro kommt es auch zu Personenschäden.

Deswegen ist es wichtig, sicher zu grillen und Unfälle so gut es geht zu vermeiden. Genauso wichtig ist es aber auch zu wissen, an wen bzw. welche Versicherung man sich wenden muss, falls doch etwas schief geht.

Hat man die passende Versicherung nicht abgeschlossen, wird das der Grillunfall auch schnell zur finanziellen Katastrophe.

Wie du Grillunfälle vermeiden kannst und welche Versicherung welchen Schaden übernimmt, das erfährst du in diesem Artikel.

Grillunfälle vermeiden

Wenn man sich mal umhört, dann sind etwa 80% der Deutschen absolute Grillfans.

Doch da wo ausgelassene Stimmung herrscht und Menschen freudig mit einander schwatzen, wird oft vergessen welche Gefahren das Grillen mit sich bringen kann und ein Grillunfall ist schnell passiert.
Hier die wichtigsten Tipps, für einen sicheren Grillabend.

GEPRÜFTER GRILL. Grillen kannst du am sichersten mit einem geprüften Grill. Besonders zu beachten sind hier das gs-Zeichen für geprüfte Sicherheit und auch das Prüfsiegel des TÜV.

KEINE BRANDBESCHLEUNIGER. Du solltest beim Entzünden des Grills auf flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verzichten. Spiritus und Benzin sind der häufigste Grund für schwere Brandverletzungen am Grill.

ABSTAND HALTEN. Stell deinen Grill mit genügend Abstand zu allen brennbaren Materialien wie z.B. trockenem Laub oder ausgetrockneten Gebüschen auf.

ERNSTFALL VORBEREITEN. Natürlich möchte niemand davon ausgehen, dass ein Grillabend in einem Desaster endet. Aber einen Eimer Wasser zum Löschen bereits zu stellen ist sicher nicht zu viel verlangt.

VERLETZUNGEN VERSORGEN. Kleinere Verbrennungen kannst du mit handwarmem Wasser behandeln. Das Wasser darf aber nicht Eiskalt sein und nicht länger als 10 Minuten angewendet werden. Lass die Finger von Hausmitteln wie Öl oder Mehl, die machen alles nur noch schlimmer.

NOTARZT. Größere Verbrennungen deckst du am besten mit einem sterilen Tuch aus dem Verbandskasten deines Autos ab und rufst sofort den Notarzt.

Wie schnell es gehen kann zeigt die Statistik, dass etwa jeder achte Grillunfall mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus endet.

Sobald ein größerer Schaden entsteht, taucht auch schnell die Frage nach der richtigen Versicherung auf.

Aber welche Versicherung übernimmt welchen Grillunfall?

Richtig versichert am Grill

Die drei wichtigen Versicherungen die im Falle eines Falles für Schäden aufkommen können, sind die Haftpflichtversicherung, die Unfallversicherung und für Schäden an z.B. Möbeln die Hausratversicherung.

Wichtig ist jedoch, dass du deine Versicherungen vor der Grillsaison überprüfst und den Versicherungsschutz genau unter die Lupe nimmst, denn nichts wäre ärgerlicher, als im Nachhinein festzustellen, dass Grillunfälle ausgeschlossen sind.

Im Zweifel ist es ratsam die Versicherung zu wechseln und das geht super einfach auf Vergleichsportalen.

Private Haftpflicht schützt beteiligte Dritte

Die private Haftpflicht ist die wohl wichtigste Versicherung für jeden der am Grill zu Werke geht, denn sie deckt Schäden ab, die Dritten gegenüber entstehen.

Die Haftpflichtversicherung deckt ein weites Spektrum an möglichen Schäden ab, von der Terrasse des Nachbarn die in Brand gesteckt wurde über Krankenhausaufenthalte von Geschädigten bis hin zu Verdienstausfällen oder Schmerzensgeld.

Gerade im Bezug auf grillen macht ein Familientarif Sinn, dann springt die Versicherung auch ein falls z.B. dein Kind ausversehen einen Brand auslöst.

Hinweis: Der Versicherungsschutz erlischt wenn grob fahrlässig gehandelt wird z.B. Brennspiritus oder anderer flüssiger Brandbeschleuniger verwendet wird.

Private Unfallversicherung schützt dich

Bist du ausreichend versichert, wenn es um Schäden an Dritten geht? Super.

Du solltest aber auch an dich denken.

Sollten du dich selber bei einem Grillunfall schwer verletzen, hilft nur eine private Unfallversicherung.

Eine gesetzliche Unfallversicherung reicht hier leider oft nicht aus.

Hausratversicherung schützt das Mobiliar

Werden durch Funkenflug Gartenmöbel beschädigt oder sogar in Brand gesteckt kannst du eventuell auf deine Hausratversicherung zurückgreifen.

Viele Versicherungsunternehmen zählen die Gartenmöbel nämlich zum Hausrat und so sind diese mit versichert.

Hinweis: Wirf vor der Grillsaison einen Blick in deine Police ob der Garten und die Gartenmöbel zum Hausrat gezählt werden.

Versicherungen vor der Grillsaison vergleichen

Ob deine Versicherungen über genug Deckung verfügen und alle Eventualitäten mitversichern, kannst du ganz einfach in deiner Police überprüfen.

Tipp: Alte Versicherungen werden mit der Zeit oft teuer ohne, dass man es merkt.

Es lohnt sich also zu vergleichen, auch wenn eigentlich genug Schutz vorhanden ist.

Einen Grillunfall wünscht sich niemand für seine Garten- bzw. Grillparty, aber wenn du im Ernstfall gut vorbereitet bist kannst du hoffentlich das schlimmste verhindern.

In diesem Sinne, schönen Sommer und viele erfolgreiche Grillpartys.


Quellen & weiterführende Links:

  1. 4.000 Grillunfälle pro Jahr in Deutschland – https://www.allsecur.de/privathaftpflicht/news/grillunfaelle-in-deutschland/
  2. Verbrennungsstatistik – https://www.verbrennungsmedizin.de/verbrennungsregister/statistik.php